Im Apple App Store und Android Marketplace gibt es zahlreiche Apps zur vermeintlich kostenlosen Handyortung. Wir haben diese kleinen Helfer einmal genauer unter die Lupe genommen und berichten was funktioniert und wovon man lieber die Hände lassen sollte.
Die Handyortung aus technischer Sicht
Zunächst einmal muss zwischen einer funkzellenbasierten und gerätebasierten Handyortung unterschieden werden. Handys stehen in ständigem Kontakt zu den nächstgelegenen Empfangstürmen. Es werden fortwährend Informationen darüber ermittelt, in welcher Funkzelle sich ein Gerät befindet und welche weiteren Funkzellen ebenfalls verfügbar wären. Durch eine spezielle Rechenformel lässt sich anhand der Signalstärke, der Laufzeit und der Antennenrichtung der momentane Aufenthaltsort eines Handy auf diese Art und Weise relativ genau bestimmen. In Ballungsgebieten mit einer hohen Empfangsdichte lässt sich durch dieses Verfahren bereits eine relativ exakte Handyortung durchführen. Die Genauigkeit liegt hier bei bis zu 100 bis 10 Metern. In ländlicheren Gegenden mit niedriger Empfangsstärke kann die funkzellenbasierte Handyortung jedoch mehrere Kilometer vom eigentlichen Standort abweichen.
Wer die Position eines Gerätes möglichst exakt bestimmten möchte, kann auf die gerätebasierte Handyortung zurückgreifen. Hierbei wird jedoch ein GPS-Modul im Handy vorausgesetzt. Durch die Satellitenortung lässt sich der Standort eines Handys bis auf wenige Meter genau bestimmen. Apples iPhone bietet die Möglichkeit der GPS-Ortung beispielsweise an, wenn ein Gerät verloren oder gestohlen wurde. (Quelle: www.uni-hannover.de
Die Handyortung aus rechtlicher Sicht
Wird die Handyortung heimlich durchgeführt ist dies strafbar und verstößt gegen die aktuellen Datenschutzgesetze. Legale Ortungsdienste versenden daher vor der Ortung eine Einwilligungs-SMS auf das zu ortende Gerät, welche zunächst bestätigt werden muss um die Handyortung durchzuführen. In der Praxis wird diese SMS jedoch auch häufig ohne das Wissen des Handyinhabers bestätigt. So sendet beispielsweise ein eifersüchtiger oder neugieriger Partner diese Bestätigung heimlich. Auch Eltern sollten Ihre Kinder darüber informieren, wenn Sie deren Handys zur Überwachung freischalten. In Ausnahmefällen ist die Handyortung jedoch auch ohne Zustimmung erlaubt, so kann die Polizei eine Handyortung durchführen wenn der Verdacht auf eine Straftat besteht.
Apps zur kostenlosen Handyortung
Bei Applikationen zur kostenlosen Handyortung ist besondere Vorsicht geboten. Es gibt viele hilfreiche Apps, welche durch die gerätebasierte Handyortung sehr gut funktionieren und äußerst hilfreich sein können. Viele günstige Apps fallen jedoch auch in die Kategorie “Spaßapplikationen”. Hierbei wird einem die Handyortung nach folgendem Prinzip vorgegaukelt: Man gibt die Handynummer eines Freundes ein und die App zeigt infolge einer hübschen Animation vermeintlich den derzeitigen Standort des Gerätes an. In Wirklichkeit wird hierbei jedoch der eigene Standort mittels des GPS-Empfängers ausgelesen. Da die Person in dem Fall direkt neben einem steht ist es für einen Partygag durchaus zu gebrauchen, für ernsthafte Einsatzzwecke jedoch nutzlos.
Für die funkzellenbasierte Handyortung gibt es mehrere Anbieter im Netz. Sie lässt sich bequem über das Browserfenster durchführen. Diese Möglichkeit ist jedoch kostenpflichtig und wird entweder im Abo oder pro Ortung abgerechnet. In unseren Recherchen sind wir jedoch auch auf eine Anleitung zur Handyortung kostenlos gestoßen.
Unser Fazit
Die Handyortung eröffnet viele interessante Einsatzgebiete und kann auch die Sicherheit, vor allem von Kindern und älteren Menschen mit Orientierungslosigkeit, deutlich erhöhen. Bei Handyortungs-Apps ist jedoch auf die Seriosität des Anbieters zu achten, außerdem ist hierdurch nur eine gerätebasierte Ortung möglich. Die funkzellenbasierte Handyortung ist hingegen weiterhin recht einfach durchführbar und kann direkt im Webbrowser durchgeführt werden. Hierbei fallen jedoch meist Gebühren an. In jedem Fall ist ein Einverständnis bei der Ortung einer fremden Person vorausgesetzt.
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